Das KI-Update für die Woche 04-2026
17.01. - 25.01.
Liebe KI-Enthusiasten,
herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe unseres KI-Newsletters, der Sie über die neuesten Entwicklungen und Innovationen in der Welt der künstlichen Intelligenz auf dem Laufenden hält.
Wichtigste Punkte heute
🎯 Claude in Excel integriert: KI-Assistent unterstützt bei komplexen Formeln & Fehlersuche
🌍 Odyssey-2 Pro & Waypoint-1: Zwei bahnbrechende Weltmodelle für Echtzeit-Simulationen
📊 Anthropic-Studie zeieht: Bildungsniveau bestimmt KI-Nutzungsqualität - Produktivitätsgewinn bis zu zwölffach
🎥 Runway's Turing-Test: KI-Videos täuschen 90% der Menschen - neue Herausforderungen für Authentizität
Viel Spaß
Ihr
Martin Blaha
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Produktneuheiten
Claude in Excel: KI-Assistent bringt intelligente Unterstützung in Tabellenkalkulationen
Claude, der KI-Assistent von Anthropic, ist jetzt in Microsoft Excel integriert. Die Funktion ermöglicht es Nutzern, komplexe Formeln zu verstehen, Fehler in Berechnungen zu finden und Arbeitsblattstrukturen zu analysieren. Claude arbeitet innerhalb bestehender Sicherheitsrahmen und verwendet das Opus 4.5-Modell. Die Funktion ist besonders für Teams wertvoll, die mit komplexen Tabellenkalkulationen und Finanzmodellen arbeiten, wobei Vorsicht bei der Verwendung mit sensiblen Daten oder Tabellen aus nicht vertrauenswürdigen Quellen geboten ist.
Odyssey-2 Pro: Der GPT-2-Moment für Weltmodelle ist da
Odyssey hat mit Odyssey-2 Pro ein wegweisendes KI-Weltmodell veröffentlicht, das als Meilenstein gilt – vergleichbar mit dem historischen GPT-2-Moment. Das System erzeugt langandauernde, interaktive Simulationen in 720p-Auflösung und wird über die weltweit erste API für Weltmodelle zugänglich gemacht. Laut Oliver Cameron markiert dies den Beginn einer “Explosion neuer, weltverändernder Anwendungen”. Das Unternehmen stellt eine Million Realitätssimulationen zur Verfügung, um die Entwicklung voranzutreiben und neue Möglichkeiten in verschiedenen Bereichen zu erschließen.
Echtzeit-Diffusionsmodell Waypoint-1 vorgestellt
Overworld hat mit Waypoint-1 das erste Echtzeit-Diffusionsmodell vorgestellt, das auf gewöhnlicher Verbraucher-Hardware laufen kann. Die Innovation wandelt Diffusionsprozesse in ein persistentes, zustandsbasiertes System um, das kontinuierlich auf Benutzereingaben reagiert - ähnlich einem luciden Traum, den man formen kann. Das Modell basiert auf Hunderten von Interaktionsstunden mit immersiven Welten und legt besonderen Wert auf lokale Ausführung, Anpassungsfähigkeit und Echtzeit-Feedback. Dabei bleibt die menschliche Kreativität im Fokus, während erhöhte Privatsphäre und reduzierte Umweltauswirkungen zusätzliche Vorteile bieten.
Industrienachrichten
In Davos dominiert optimistische KI-Botschaft: “Jobs, Jobs, Jobs”
Beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos zeigen sich Führungskräfte überraschend optimistisch zum Thema Künstliche Intelligenz. Laut Reuters betonen Topmanager, dass KI zwar bestehende Arbeitsplätze verdrängen, gleichzeitig aber neue schaffen werde. Matthew Prince, CEO von Cloudflare, bekräftigte, dass die KI-Entwicklung unaufhaltsam voranschreitet. BlackRock-COO Rob Goldstein sieht KI primär als Wachstumstreiber, nicht als Grund für Personalabbau. Allerdings plant Amazon zeitgleich einen weiteren Stellenabbau von rund 30.000 Arbeitsplätzen im Unternehmensbereich.
Davos 2026: Warum das Skalieren von KI so schwerfällt
Trotz 1,5 Billionen Dollar Investitionen in KI 2025 kämpfen viele Unternehmen weiterhin mit der Skalierung über Piloten hinaus, wie eine McKinsey-Umfrage mit 2.000 Firmen zeigt: Zwei Drittel haben KI noch nicht unternehmensweit ausgerollt. Im World Economic Forum-Panel „Scaling AI: Now Comes the Hard Part“ erklärten CEOs wie Julie Sweet (Accenture), Roy Jakobs (Philips) und Amin Nasser (Aramco), dass Erfolg von Dateninfrastruktur, Organisationsumgestaltung und starker Adoption abhängt - mehr als von Technik allein. Beispiele: Google verdoppelt Entwicklerproduktivität, Nestlé automatisiert Inspektionen. Autoren Jill Hoang und Pauline McCallion betonen sichere Skalierung mit menschlicher Aufsicht, um Vertrauen zu schaffen.
👉 Artikel bei World Economic Forum
Aleph Alpha-Gründer Jonas Andrulis bestätigt Abgang: “Ich bin raus”
Laut einem NZZ-Bericht hat Jonas Andrulis, oft als “deutsche Antwort auf Sam Altman” bezeichnet, sein KI-Unternehmen Aleph Alpha verlassen. Im Interview bestätigt er: “Ich bin raus” und räumt ein, dass der Abschied schmerzt. Der Personalabbau im Unternehmen wurde mit einer Fokussierung auf Kernkompetenzen und Wachstumsbereiche begründet. Trotz beachtlicher Erfolge entwickelte sich Aleph Alpha nicht zum “deutschen OpenAI”. Andrulis, der sein Unternehmen aus idealistischen Gründen in Deutschland gründete, wünscht seiner Firma weiterhin unternehmerischen Erfolg und Treue zu ihren Werten.
Anthropic veröffentlicht neue Verfassung für KI-Assistent Claude
Anthropic hat eine aktualisierte Version der “Verfassung” für seinen KI-Assistenten Claude vorgestellt. Anders als die vorherige Version, die aus einzelnen Grundsätzen bestand, bietet die neue Verfassung ein umfassenderes Regelwerk, das das Verhalten des KI-Modells steuert. Die Verfassung ist Teil der “Constitutional AI”-Methode, bei der die KI anhand ethischer Prinzipien trainiert wird, anstatt ausschließlich auf menschliches Feedback zu setzen. Ziel ist es, Claude zu einem hilfreichen, ehrlichen und sicheren Assistenten zu machen, der toxische Inhalte vermeidet und keine illegalen oder unethischen Aktivitäten unterstützt.
Anthropic gewinnt heimlich den KI-Kampf um Entwickler
Matthew Berman argumentiert in seinem Video vom 23. Januar 2026, dass Anthropic mit Claude Code und Claude Co-work überraschend die Führung im KI-Coding übernimmt. Er stützt sich auf einen Wall Street Journal-Artikel, der den „Claude-Pill“-Hype beschreibt: Entwickler und sogar „Non-Nerds“ sind begeistert von der überlegenen Code-Generierung und Agenten-Fähigkeiten. Anthropic prognostiziert starkes API-Wachstum (4,7 Mrd. USD 2026), fokussiert auf nachhaltige Enterprise-Einnahmen statt Consumer-Subscriptions wie bei OpenAI. Berman hebt die stabile Unternehmenskultur, Nvidia-Lob von Jensen Huang und den Shift „AI frisst Software“ hervor - ohne zu interpretieren, betont er Anthropics tiefe Spezialisierung.
PostgreSQL im Extremtest: Wie OpenAI 800 Millionen ChatGPT-Nutzer versorgt
OpenAI hat beeindruckende Erfolge bei der Skalierung von PostgreSQL erzielt. Laut ihrer Veröffentlichung betreibt das Unternehmen seine kritischen Dienste wie ChatGPT und die API-Plattform mit nur einer einzigen primären Azure PostgreSQL-Instanz und fast 50 Lesereplikaten, die global verteilt sind. Das System verarbeitet mehrere Millionen Anfragen pro Sekunde für leselastige Workloads. Besonders bemerkenswert: In den letzten 12 Monaten gab es nur einen kritischen PostgreSQL-Vorfall – als während des viralen Starts von ChatGPT ImageGen die Schreibzugriffe plötzlich um mehr als das Zehnfache anstiegen, nachdem sich über 100 Millionen neue Nutzer innerhalb einer Woche angemeldet hatten.
Yann LeCuns neues AMI Labs: Wettlauf um Weltmodelle
Yann LeCun, ehemaliger Meta-AI-Chef, startet mit AMI Labs (Advanced Machine Intelligence) in Paris ein Unternehmen für offene „World Models“. Diese sollen KI-Systeme schaffen, die die reale Welt verstehen * mit Wahrnehmung, Gedächtnis, Planung und Sicherheit, statt auf Large Language Models zu setzen. Als Executive Chairman betont LeCun in einem exklusiven MIT Technology Review-Interview die Notwendigkeit konzeptioneller Fortschritte für menschliche Intelligenz; CEO wird Alex LeBrun.
👉 Artikel bei MIT Technology Review
Zahlen, Studien, Wissenschaft
Bildung als Schlüsselfaktor für erfolgreiche KI-Nutzung
Eine Analyse von Anthropic mit zwei Millionen Claude-Interaktionen zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und KI-Nutzungsqualität. Höher gebildete Nutzer formulieren komplexere Anfragen, die systematisch bessere Ergebnisse liefern. Bei geschickter, iterativer Anwendung können Aufgaben bis zu zwölffach schneller erledigt werden. Die wirtschaftlichen Produktivitätsgewinne liegen bei 0,7 bis 2,6 Prozent jährlich. Die Studie bestätigt: KI verstärkt vorhandene Fähigkeiten und skaliert Wissen, ersetzt aber nicht die Bildungsgrundlage. Bildung entwickelt sich damit zum zentralen Produktionsfaktor der KI-Ökonomie.
KI-Nutzung - Deutschland auf Rang 21
Während die weltweite Nutzung generativer KI auf 16,3% steigt, öffnet sich eine digitale Kluft zwischen Nord und Süd. Die Vereinigten Arabischen Emirate führen mit 64% Nutzungsrate die globale Rangliste an, Deutschland erreicht nur Platz 21. Bemerkenswert: Technologieführerschaft garantiert keine breite Adoption - die USA landen trotz ihrer KI-Infrastruktur im Mittelfeld, während Südkorea dank gezielter Politik und alltagsrelevanter Anwendungen stark aufholt. Die Entwicklung unterstreicht die wachsende Bedeutung staatlicher Förderprogramme und digitaler Bildung für die KI-Integration.
👉 Beitrag von Prof. Holger Schmidt auf LinkedIn | 👉 Bericht „Global AI Adoption in 2025 - A Widening Digital Divide“ des Microsoft AI Economy Institute
Der Turing-Reel: KI-Videos täuschen 90 Prozent der Menschen
Runway veröffentlichte eine Studie zum Turing-Reel, in der 1.043 Teilnehmer 20 Fünf-Sekunden-Videos (10 echt, 10 von Gen-4.5 generiert) bewerteten. Nur 9,5 Prozent (99 Personen) erreichten statistisch signifikante Trefferquoten über 75 Prozent; die Gesamtgenauigkeit lag bei 57,1 Prozent, knapp über Zufall. Menschenvideos waren leichter erkennbar (58-65 Prozent), Tier- und Architekturaufnahmen dagegen unter Zufall (45-47 Prozent). Die Autoren betonen den Verlust visueller Authentizität, plädieren für C2PA-Metadaten, neue Standards und gesellschaftlichen Dialog, um Vertrauen bei fortschreitender KI-Entwicklung zu wahren.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
Prompt Well and Prosper!
Ihr
Martin Blaha
Das KI-Update ist eine wöchentliche Publikation, die von Martin Blaha (3pconsulting.net) produziert wird. Kontakt- und Geschäftsanfragen gerne über LinkedIn.










